Natur- und Gartentipp Januar: Richtige Entsorgung von Weihnachtssternen & Co verhindert Obama-Plattwurm


Helfen Sie mit, die Ausbreitung des invasiven Obama-Plattwurms zu verhindern! Entsorgen Sie Ihre verblühten Weihnachtsterne und exotische Zimmerpflanzen immer über den Restmüll und auf keinen Fall im Komposthaufen, denn sie könnten den Obama-Plattwurm oder seine Eier enthalten. Der 5-9 cm lange Plattwurm stammt aus Südamerika und wurde in exotischen Topfpflanzen nach Europa gebracht. Der Obama-Plattwurm frisst unsere wertvollen Regenwürmer, die für die Humusbildung unerlässlich sind.

Obama-Plattwurm (Obama nungara): helles Exemplar
Foto: Jean-Lou Justine et a. / CC-BY-SA 4.0 (Wikipedia)

Wir begrüßen Sie alle zu unserem ersten Monatstipp und wünsche Ihnen ein frohes und friedliches neues Jahr 2026! Es ist Januar und es ist endlich einmal wieder winterlich kalt. Weihnachten und der Jahreswechsel sind einmal mehr an uns vorüber gerauscht, aber noch längst nicht vergessen. Dafür sorgt schon die noch nicht abgeräumte Weihnachtsdekoration und vielleicht auch der eine oder andere Weihnachtsstern.
In diesem Zusammenhang fragen wir Sie: Kennen Sie schon den Obama-Plattwurm? Hoffentlich nicht persönlich!

Es handelt sich beim Obama-Plattwurm um einen Zuwanderer aus Südamerika, (wahrscheinlich Argentinien) der durch den Zierpflanzenhandel als blinder Passagier in Blumentöpfen nach Europa eingeschleppt wurde. Inzwischen kann man ihn v.a. in den Gärten Frankreichs (fast flächendeckend), aber auch in Spanien, Portugal, Italien, Belgien, Niederlande, vereinzelt in der Schweiz, neuerdings auch in Österreich und leider auch schon in Deutschland (Ba-Wü, Bay, NS, NRW) finden. Er gehört zu den Landplanarien (fleischfressende landbewohnende Plattwürmer) und ernährt sich (leider!) v.a. von Regenwürmern, Schnecken, Maden, Insekten u.a. bodenlebenden Kleintieren. Als Zwitter vermehrt er sich rasend schnell (in Frankreich fand man in einem Garten mehr als 1.500 Exemplare!). Zu seiner raschen Vermehrung trägt v.a. bei, dass er in Europa keine Feinde hat: Wegen seines bitteren Geschmacks wird er von potenziellen Fressfeinden (Igel, Maulwurf, Vögel) verschmäht. Außerdem profitiert er als ursprünglich tropische Art auch noch vom Klimawandel.

In Europa ist der Obama-Plattwurm als invasiv eingestuft und gilt als „potenzielle Bedrohung für die Artenvielfalt und Ökologie der einheimischen Bodenfauna“ und als „Gefahr für die Regenwurmpopulation in Europa“, was v.a. auf seinen Riesenhunger auf Regenwürmer zurückzuführen ist, die durch ihre Bodenbelüftungsarbeit und Humusproduktion essenziell für die Entstehung fruchtbarer, ertragreicher Böden sind.


Wie können Sie unsere Natur, Ihren Garten und unsere Regenwürmer schützen?

  • Überprüfen Sie die Töpfe gekaufter exotischer Zierpflanzen auf Befall.
  • Entsorgen Sie Ihre verblühten Weihnachtssterne und andere exotische Zimmerpflanzen immer über den Restmüll (auf keinen Fall im Komposthaufen oder Kompostmüll).
  • Verzichten Sie im Außenbereich auf Exoten und Zierpflanzen und bepflanzen Sie Ihren Garten und Ihre Blumenkästen mit einheimischen Wildstauden*, die wunderschön blühen und die eine wichtige Nahrungsgrundlage für unsere heimischen Wildtiere sind. Einige Tipps hierzu folgen in den kommenden Monaten.
    *Bezugsquellen für heimische Wildstauden finden Sie bei den Anbietern und Herstellern des VWW (Verband Deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e.V.).


Was tun, wenn Sie Würmer oder Eikokons entdecken?

  • Töten Sie die Tiere und ggf. vorhandene Eikokons in Seifenlauge.
  • Zerschneiden Sie das Tier auf keinen Fall, da sich die Einzelstücke vollständig regenerieren und damit zu neuen Würmern werden. Sie vermehren die Tiere also dadurch.
  • Bringen Sie keinerlei Reste der Tiere, der befallenen Erde oder der Eikokons auf Ihren Komposthaufen, in Ihren Garten, oder gar in die Natur.
  • Entsorgen Sie die gesamte Erde eines befallenen Topfes in den Restmüll.
  • Melden Sie den Fund über das Fachportal www.iNaturalist.org und/oder laden Sie ein Foto über NABU www.naturgucker.de hoch.
  • Melden Sie den Fund auch bei dem Pflanzenhandel, bei dem Sie die Zierpflanze erworben haben.

Laut dem Weltbiodiversitätsrat (IPBES) zählen eingeschleppte (nicht heimische), exotische Arten (sogenannte Neobiota) mittlerweile zu den größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt, das Funktionieren von Ökosystemen und damit letztlich auch für das menschliche Wohlergehen.

Helfen Sie bitte mit, diesen bedrohlichen Regenwurmfresser in Rheinland-Pfalz zu verhindern.

Wir wünschen Ihnen und vor allem der Natur einen winterlich kalten Januar. Wenn Sie den Tipp interessant und hilfreich fanden, gucken Sie doch im Februar wieder rein und empfehlen Sie unsere Homepage weiter!

Mit naturverbundenen Grüßen,
Ihre Christiane Brell, Natur- und Vogelschutzverein Dudenhofen


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