Ella-Knöll-Stiftung
Zweck der Stiftung
Die Ella-Knöll-Stiftung dient nach dem im Testament der Stifterin vom 14. September 1993 festgelegten letzten Willen der Förderung von Biotopen und deren Vernetzung, sowie der Erhaltung und Weiterentwicklung der Natur, der Fauna, der Flora und der Landschaft um Dudenhofen und im besonderen der Sanddünen-Landschaft.

Wie alles begann
Alles begann mit einem Telefonat im April 1992. Der damalige Leiter der Volksbank Speyer, Herr Direktor Dr. Noé, rief bei Erich Bettag (Gründungsmitglied des Natur- und Vogelschutzvereins Dudenhofen) an und erzählte ihm von einem seiner Kunden. Dieser Kunde wollte sein gesamtes Vermögen eines Tages entweder dem Naturschutz oder einem sozialen Zweck zukommen lassen. Weder der Kunde noch der Bankdirektor hatten eine konkrete Idee. Warum Herr Noé dann ausgerechnet bei Erich Bettag anrief, ist dessen langjähriger Tätigkeit im Umweltschutz, dem damit verbundenen Bekanntheitsgrad und seinem gerade zu dieser Zeit veröffentlichten Buch „Durch die Wälder, durch die Auen“ zu verdanken.
Herr Noé erläuterte, dass sein Kunde keine Nachkommen hatte und sein ganzes Vermögen, welches aus Immobilien und mehreren tausend DM Bargeld bestand, für eine gute Sache einsetzen wollte. Auf die Frage, ob Erich Bettag ihm dabei weiterhelfen kann, hatte dieser sofort eine Idee. Das Vermögen sollte dem Natur- und Vogelschutz zugute kommen. Erich Bettag erbat sich 14 Tage Bedenkzeit und unterbreitete Herrn Noé anschließend den folgenden Vorschlag: Das Vermächtnis könnte einer Biotopvernetzung innerhalb der Gemeinde Dudenhofen zugute kommen und somit der Wiederherstellung einer größeren Naturnähe dienen. Es könnte weiterhin die dauerhafte Erhaltung des einmaligen Flugsand-Dünengeländes zwischen Dudenhofen und Speyer sichergestellt werden, wenn dort die militärische Nutzung einmal aufgegeben werden sollte.
Der Bankdirektor seinerseits gab diesen Vorschlag an seinen Kunden, der, wie sich später herausstellte eine Kundin war, weiter. Diese Kundin, Frau Ella Knöll, war von diesem Vorschlag schnell überzeugt und unterzeichnete daraufhin das Testament im Dezember 1993. Sie trat danach selbst dem Natur- und Vogelschutzverein Dudenhofen bei. Im Alter von 85 Jahren verstarb Frau Knöll im Juni 1998.
Der Natur- und Vogelschutzverein gründete sofort nach Annahme des Testaments eine Stiftung. Diese muss stets aus 5 Personen bestehen, um das Prinzip der Ungleichheit zu wahren. Zudem gibt es eine ausgeklügelte Satzung die gewährleistet, dass weder der Natur- und Vogelschutzverein noch die Ella-Knöll-Stiftung alleine Entscheidungen treffen dürfen. Nur gemeinsam können Maßnahmen, wie beispielsweise der Kauf eines Grundstücks, eingeleitet werden. Weiterhin gibt es einen Sockelbetrag, der immer in der Stiftung verbleiben muss und nicht ausgegeben werden darf. Somit sorgt Ella Knöll für das fortwährende Bestehen des Vereins.
In den vergangenen Jahren konnten mit diesem Geld viele Grundstücke innerhalb der Gemarkung Dudenhofen gekauft werden. Ziel ist es nach wie vor, ein Biotop-Verbundsystem zu schaffen. Solch ein Verbund ist allerdings nur im Einklang mit der Landwirtschaft und durch Unterstützung der Landwirte möglich. Grundstücke, die nur unzureichend für die Landwirtschaft nutzbar sind, sollen mit Vereinsgrundstücken getauscht werden. Somit erhalten Landwirte geeignete Grundstücke zum Ackerbau und der Verein Grundstücke für die Natur. Die landwirtschaftliche Nutzung soll also keineswegs beschnitten werden. Die Biotopvernetzung wählt stattdessen einzelne Flächen gezielt aus um sie wieder der Natur zuzuführen. Wenn man bedenkt, dass in der Gemeinde Dudenhofen im Jahr 1950 ca. 70.000 Obstbäume gezählt wurden und heute nur noch 10% davon erhalten sind, drängt sich der Gedanke nach Vermehrung der sauerstoffspendenden Laubbäume geradezu auf.
Es liegt kein einfacher Weg vor uns, doch mit ein bisschen gutem Willen lassen sich sowohl die Interessen der Landwirte als auch die des Natur- und Vogelschutzes bestens vereinbaren. Die Idee von Ella Knöll, ihr Hab und Gut der Natur zu vermachen, war mehr als außergewöhnlich.
Danke vielmals dafür!
